Eigentlich wollte ich heute loslaufen, von der Haustür Richtung Santiago de Compostela. Die erste Übernachtung in Bern war vorgebucht. Das Problem, die erste Strecke somit über 30km. Grundsätzlich weiss, ich, dass ich soweit laufen kann. Ich bin vor ein paar Jahren auch schon von Bern bis nach Hause gelaufen - um quasi meine Arbeitsweg mal zu Fuss zu gehen. Auch sonst bin ich gerne lange unterwegs, allerdings immer ohne Rucksack.
die Erste Strecke ist so lang, da es auf dem Weg nicht viele und nur sehr teuer Übernachtungsmöglichkeiten gibt und ich das für am Anfang nicht will.
Da ich in den letzten Tag schon nicht so auf der Höhe war, habe ich versucht, mich ein bisschen zu erholen und habe ein paar Sachen liegen gelassen. Den Rucksack habe ich daher erst heute Morgen gepackt und war vorher nie damit unterwegs.
Dass das nicht so schlau ist, war mir schon bewusst, aber beim Loslaufen habe ich erst gemerkt, dass der Rucksack doch einen nicht unwesentlichen Unterschied beim Laufen macht. Ich habe ihn beim Loslaufen nicht wirklich gut eingestellt, sondern einfach mal auf gut Glück ein bisschen die Riemen angezogen und bin losgelaufen. Jetzt habe ich schon nach ein paar Kilometern Rückenschmerzen und merke, dass die angepeilte Strecke wohl zum Starten zu lang ist. Zudem habe ich kaum Energie zum Laufen. Scheint, als wäre ich noch nicht so ganz auf der Höhe. Irgendwann mache ich eine Pause und merke, dass es keinen Sinn hat, so weiterzulaufen. Erstens zwinge ich mich nur vorwärts und finde absolut keine Motivation und zweitens merke ich, dass ich die Erkältung oder Sommergrippe oder was auch immer meine Körper und mein Immunsystem gerade beschäftigt nicht hinter mir habe sondern erst am Anfang davon stehe. Ich sitze eine Weile am Wasser und überlege, ob ich jetzt wirklich meine Übernachtung in Bern stornieren soll. Ich weiss, dass es die richtige Entscheidung ist, aber trotzdem versucht mein innerer Sklaventreiber mich vom Weiterzulaufen zu überzeugen. Aufgeben gibt's hier nicht! Wenn ich mich aber ganz ehrlich frage, was ich jetzt will, ist meine einzige Antwort ins Bett, und zwar in mein eigenes und schlafen. Also entscheide ich mich, umzukehren. Und nachdem der Eisvogel zweimal durchgeflogen ist, bin ich vollends überzeugt. Der Artikel, wofür der Eisvogel, der ja auch mein Logo ziert, für mich steht, folgt hoffentlich bald :).
Auf dem Rückweg mache ich ziemlich viele Pausen und bin echt froh, als ich endlich zurück bin und in mein Bett kippen kann.
